18. Februar 2019

Prozess und Umsetzung abgekoppelt

Wir sind der Ansicht, dass Prozess und Umsetzung abgekoppelt gesehen werden muss: Der Schlüssel für Motivation und Leistung liegt im Verhalten, in den Haltungen und im Umgang der Menschen miteinander. Das ist die emotionale Seite.

Prozesse (Rationale Seite) verursachen (technisch ausgedrückt) bei Menschen im Falle von Überlastungen der Aufnahmekanäle (beispielsweise durch Komplexität oder Multioption) eine damit einhergehende Verlagerung in das Limbische System – also in die emotionalen Ebene. Dadurch wird verhindert, dass man klar denken und handeln kann. Das geschieht in der Regel dann, wenn ein Mensch den Eindruck hat, die Kontrolle zu verlieren. Und ist damit abgekoppelt von betrieblichen Prozessen, die auf analytischen und rationalen Gedanken basieren. Genau deswegen liegt in unseren Augen die Lösung in der Schaffung von Interessenausgleich.

Vielleicht kennen Sie es selbst. Sie erarbeiten gemeinsam in schweißtreibender Arbeit Prozesse und stellen danach fest, dass diese nicht umgesetzt oder gelebt werden. Eine Ursache liegt in den oben beschriebenen Umständen begründet.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Wechselwirkungen zwischen Prozess und Umsetzung gibt. Es ist symbolisch wie bei den Synapsen im Gehirn. Auch dort sind die Verknüpfungen abgekoppelt (synaptischer Spalt ca. 20 nm). Für elektrische Signale ist die Distanz zu groß, aber dennoch findet eine Informationsweitergabe statt. Im Falle des Gehirns werden elektrische Signale, die an der einen Synapse (Präsynaptisch) ankommen, über chemische Stoffe – Botenstoffe (Neurotransmitter) – weiter gegeben und von der anderen Synapse (Postsynaptisch) wiederum in elektrische Signale umgesetzt.